Deutsches Jugendrotkreuz Journal Klimahilfe JETZT! 2020
28 GESUNDHE I T BELASTUNG BEI STEIGENDEN TEMPERATUREN Durch die Erderwärmung steigt in Deutschland die Gefahr von Krankheiten, die durch tierische Überträger (Vektoren) weitergegeben werden. Durch heftigere Regenfälle und das mildere Klima breiten sich Stechmücken, Zecken und Wanzen immer weiter aus. In Deutschland stellen die von Schildzecken übertragenen Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis die größte Gefahr dar. Das wärmere Klima ist neben dem weltweiten Handel und Tourismus dafür verantwortlich, dass sich auch in Deutschland nicht heimische Tiere ausbreiten. Ein Beispiel hierfür ist die Asiatische Tigermücke, die sich in gebrauch- Wir freuen uns immer, wenn die Sonne scheint. Doch denkt man an die vergangenen Hitzesommer, kann Sonne schnell zum Fluch werden. Im Jahr 2018 haben die extrem hohen Temperaturen in Deutschland mehr als 1.000 Todes- opfer gefordert, im Extremsommer 2003 nach Schätzun- gen sogar 7.600. 39 In ganz Europa starben damals rund 40.000 Menschen an den Folgen der außergewöhnlichen körperlichen Belastung – vornehmlich an Herzinfarkten, Herz-Kreislauf-Problemen sowie an Erkrankungen der Nieren, Atemwege und des Stoffwechsels. Besonders betroffen waren Frauen über 70, Menschen aus einkommensschwachen Familien und kranke Menschen. Gerade Deutschland, dessen Gesellschaft immer mehr überaltert und in der Kinder- und Jugendarmut weiter zu- nehmen, wird damit für den Klimawandel besonders verwundbar. Es gibt aber auch indirekte Belastungen, die negative Folgen für unsere Gesundheit haben können, wie beispielsweise die abnehmende Qualität von Trinkwasser, das vermehrte Auftreten von Allergien, die Verbreitung von Infektionskrankheiten, stärkere Luftverschmutzung und eine verstärkte Belastung durch UV-Strahlen, wodurch das Hautkrebsrisiko steigt. ten Autoreifen besonders wohl fühlt. Stimmen am neuen Ankunftsort die klimatischen Bedingungen und gibt es genügend Biotope, dann wird die Mücke heimisch. Sie kann Krankheiten wie z. B. das Denguefieber übertragen. In Italien hat die Asiatische Tigermücke im Jahr 2007 be- reits eine Epidemie mit 200 Infizierten ausgelöst. Auch Allergien treten immer häufiger auf. Denn durch die Erwärmung und den erhöhten CO 2 -Gehalt der Luft fängt die Pollensaison früher an und dauert länger – insgesamt um ca. zwölf Tage in den letzten 30 Jahren. Es gibt auch neu eingewanderte Pflanzen wie beispielsweise die Bei- fuß-Ambrosie, die Asthma auslösen kann. INFEKTIONSKRANKHEITEN UND ALLERGIEN GESUNDHEIT Man spricht von einer Hitzewelle, wenn die Hitzebelastung über einen langen Zeitraum sehr inten- siv ist und die Gesundheit extrem gefährdet.
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