Deutsches Jugendrotkreuz Journal Klimahilfe JETZT! 2020

62 GLOSSAR ANPASSUNGSFÄHIGKEIT Die Fähigkeit einer Gesellschaft, so mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, dass mögliche Schäden auf ein verträgliches Maß reduziert werden. BEVÖLKERUNGSSCHUTZ Sammelbezeichnung für alle Einrichtungen aus den Be- reichen Katastrophen- und Zivilschutz. Seine Aufgabe ist es, die Bevölkerung vor Gefahren zu schützen, gefährlichen Ereignissen vorzubeugen, sie zu bewältigen sowie deren Folgen zu begrenzen. Der Bevölkerungsschutz umfasst somit alle nichtpolizeilichen und nichtmilitärischen Maß- nahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Katastrophen und schweren Notlagen sowie vor den Auswirkungen bewaff- neter Konflikte. BINNENMIGRATION Migration von Menschen innerhalb ihres Heimatlandes. BODENEROSION Die übermäßige Abtragung von Böden durch Wasser und Wind oder durch unsachgemäße Bewirtschaftung wie Überweidung, Abholzung etc. BODENDEGRADATION Die Verschlechterung der Bodenqualität bis zur völligen Unbrauchbarkeit. Sie kann beispielsweise durch Klimaver- änderungen oder unsachgemäße Bewirtschaftung aus- gelöst werden. EXTREMWETTEREREIGNISSE Kurzzeitige, aber gravierende Abweichungen von statis- tisch durchschnittlichen Witterungsbedingungen einer Region. Sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit durch den Klimawandel vermehrt vorkommen. Dabei kann ein einzelnes Ereignis nicht direkt auf den Klimawandel zu- rückgeführt werden, da die Klimabetrachtung immer den Trend über einige Jahrzehnte beobachtet. HITZEWELLEN Zeiträume mit extrem hohen Lufttemperaturen, die min- destens drei Tage andauern. Sie bedrohen Menschen vor allem durch ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen oder durch zu erwartende Ernte- einbußen und Wasserknappheit. IPCC Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change – Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderun- gen) wurde 1988 gegründet und hat die Aufgabe, die welt- weiten Forschungen zu den Auswirkungen des Klimawan- dels zusammenzufassen. Seine Berichte sind eine wichtige Grundlage für klimapolitische Entscheidungen. KATASTROPHENSCHUTZ Der Schutz von Menschen, Sachgütern sowie der natür- lichen Umwelt vor dem Eintritt und den Folgen einer Katastrophe. KIPPPUNKTE Erwärmt sich die Erde um nur 1 bis 2 °C, können soge- nannte Kipp-Punkte erreicht werden, die unkontrollierbare Kettenreaktionen verursachen. Der weltweite Tempera- turanstieg, das Auftauen der Permafrostböden und das Schmelzen der Polkappen führen dann verstärkt zu Dür- ren, Überflutungen, Hitzewellen, Kältewellen oder anderen Extremwetterereignissen, was wiederum Hungerkatastro- phen, Konflikte um Ressourcen und Kriege auslösen und anheizen kann. KLIMA Der Durchschnitt aller Wettererscheinungen von mindes- tens 30 Jahren. Das Klima ist nicht konstant, sondern ändert sich, auch aus natürlichen Gründen. Eine wichtige Rolle spielen Atmosphäre, Ozeane, Eisflächen, Erdoberflä- che und einige Ökosysteme wie z. B. der Amazonas-Regen- wald. Der „Motor“ des natürlichen Klimasystems ist die Sonneneinstrahlung. KLIMAANPASSUNG Der Versuch, mit möglichst flexiblen Anpassungsmethoden auf die klimatischen Risiken zu reagieren und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen. Klassische Klimaanpassungsmaßnahmen sind beispielsweise staat- licher Deichbau und Katastrophenvorsorge.

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