Deutsches Jugendrotkreuz Journal Klimahilfe JETZT! 2020

55 AKTIV WERDEN FÜR EIN BESSERES KLIMA GEMEINSAMER APPELL AN INDUSTRIESTAATEN: ENDLICH AUFWACHEN! Stürme, Dürren, Vertreibungen: „Als humanitäre Organisationen erleben wir täglich, wie Umweltfaktoren humanitäre Notsituationen verschlimmern“, heißt es in einem gemeinsamen Statement von Ärzte der Welt, dem Deutschen Roten Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, der Ärztekammer Berlin und Greenpeace. Anlässlich des Humanitä- ren Kongresses am 17. und 18. Oktober 2019 in Berlin forderten sie von der Bundes- regierung und von den Regierungen anderer Industriestaaten ein rasches Handeln, um mit weitreichenden Maßnahmen eine Erderwärmung über 1,5 °C und deren dramatische Folgen zu verhindern. Außerdem kritisieren sie, dass Industriestaaten die von der Erderwärmung be- sonders betroffenen Menschen allzu häufig im Stich ließen. Und das, obwohl es vor allem die reichen Länder des Globalen Nordens seien, die das Klimaproblem mit ihrem enorm hohen CO 2 -Ausstoß der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich verursacht hätten. Dem Klimawandel und der Umweltzerstörung entgegenzutreten, sei eine ge- meinsame Verantwortung aller Staaten, hieß es in dem gemeinsamen Appell weiter. Hier sehen die Organisationen auch die Bundesregierung in der Pflicht: Deutschland müsse seine eigenen Emissionen viel stärker als geplant reduzieren und zugleich ärmere Länder dabei unterstützen, sich gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu wappnen und ihre Wirtschaft klimafreundlich weiterzuentwickeln. „KLIMANOTSTAND!“ - GEMEINDEN UND STÄDTE WERDEN AKTIV, OHNE AUF ENTSCHEIDUNGEN DER REGIERUNGEN ZU WARTEN Ob Paris, London, Konstanz oder Köln – immer mehr Städte und Gemeinden weltweit rufen den Klimanotstand aus und verpflichten sich somit freiwillig, bei allen zukünfti- gen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt zu berücksich- tigen. Viele Kommunen erklären sogar, bis 2030 den Ausstoß des klimaschädlichen CO 2 auf null herunterfahren zu wollen – also deutlich schneller, als es die Bundes- regierung und die EU planen. Wir sagen: weiter so! Wir brauchen mehr Menschen, auch in Politik und Wirtschaft, die vorangehen und so den dringend nötigen gesell- schaftlichen Wandel einleiten. TATEN STATT WORTE

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