Deutsches Jugendrotkreuz Journal Klimahilfe JETZT! 2020

18 Die Folgen des Klimawandels sind ganz verschieden. Vor allem macht er sich durch lokale Temperaturan- stiege, große Hitzewellen, Trocken- perioden sowie extreme Wetterlagen bemerkbar. Darüber hinaus spiegeln aber auch Veränderungen im Ver- halten und Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten den Klimawandel wider. Dieser Weltatlas ordnet die Zeichen des Wandels geografisch ein und macht die weltweite dramati- sche Entwicklung deutlich. SCHELFEIS-SCHMELZE 26 SÜDATLANTISCHER HURRIKAN ADE, GLETSCHER 23 DÜRRE IM SÜDEN BRASILIENS 25 ÜBERSCHWEMMUNGEN IN BRASILIEN 24 ATLANTISCHE HURRIKANS 22 BLÜTE IN WASHINGTON HOCHWASSER IN DEUTSCHLAND 37 REKORD-DÜRRE IN SPANIEN 36 NORDAMERIKANISCHE MOSKITOS ÜBERSCHWEMMUNG IN BOLIVIEN PERMAFROSTBÖDEN IN ALASKA 20 LAND UNTER FÜR DIE EISBÄREN 21 Seit 1901 ist die mittlere Temperatur um 2,6 °C gestiegen. Das Auftauen des Permafrostbodens führt zu Bodenerosion. Gebäude stürzen ein und Küstendörfer drohen vom Meer verschluckt zu werden. Der Winterschlaf von Moskitos beginnt neun Tage später als noch vor 30 Jahren. Dadurch können die Insekten über einen längeren Zeitraum Krankheiten übertragen. Im Frühjahr 2006 waren ca. 17.500 Menschen von Starkregen und Über- schwemmungen betroffen. Im April 2019 ist in Rio de Janeiro das Dreifache der üblichen Regen- menge niedergegangen. Zehn Menschen sind gestorben. Nach anhaltender Trockenheit kam es im Jahr 2015 zu massiven Wasserknappheiten. Die Wasserreservoire in Rio de Janeiro waren nur noch zu 1 % gefüllt. Im Jahr 2004 traf der erste je im Südatlantik dokumentierte Hurrikan auf die Küste Brasiliens. 2017 war das dritttrockenste Jahr in der Geschichte des Landes, was zu Wasser- knappheiten und Ernteaus- fällen geführt hat. Das „Jahrhunderthochwasser“ 2013 hat entlang von Elbe und Donau Schäden in Höhe von circa 12 Milliarden Euro verursacht. Im Jahr 2017 ist in Form des Eisbergs A68 ein 5.800 Quadrat- kilometer großes Stück Eis aus dem Schelf gebrochen. Der Eis- berg ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland. In Peru sind seit 1975 48% des Gletschereises abgetaut. Die Baumblüte beginnt durch- schnittlich vier bis fünf Tage früher. Hurrikans im Atlantik werden immer häufiger und stärker. Im Jahr 2017 waren sie so stark wie nie zuvor. Allein der Sturm Harvey hat Schäden in Höhe von 124 Milliarden Euro verursacht. Das abtauende Meereis bedroht die Existenz der Eisbären. Bis 2050 könnte ihre Population um bis zu 80 % sinken. Verändertes Leben von Tieren und Pflanzen Lokaler Anstieg der Temperatur Extreme Hitze und/oder Trockenheit Extreme Niederschläge und/oder Stürme

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