Deutsches Jugendrotkreuz Journal Klimahilfe JETZT! 2020

12 Es stimmt zwar, dass es einen natürlichen Treibhauseffekt gibt, denn Klimagase wie CO 2 und Methan existieren ja schon immer. Doch diesen natürlichen Effekt verstärkt die Menschheit, indem sie große Mengen dieser Gase produziert – dann entstehen sie durch chemische Prozes- se – oder freisetzt, wenn sie vorher in anderen Stoffen gebunden waren. Für die globale Erwärmung, wie wir sie heute beobachten, sind wir daher zum allergrößten Teil selbst verantwort- lich. CO 2 hat einen Mengenanteil von etwa vier Fünfteln an den Klimagasen, Methan rund ein Zehntel 10 – dafür ist es aber 25-mal klimaschädlicher. 11 Beides trägt also stark zum menschengemachten, sogenannten anthropogenen Treibhauseffekt bei. Tag für Tag verändern wir das Klima, zum Beispiel durch: • die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Braun- und Steinkohle, Erdöl und Erdgas, etwa in Kraftwerken zur Stromgewinnung, in Diesel- und Benzinmotoren oder in Heizöfen (Entstehung von CO 2 ), DER TRE IBHAUSEFFEKT • die Rodung von Wäldern (Freisetzung von CO 2 ), • die Landwirtschaft, insbesondere bei ressourcenintensi- ven Vorgängen wie Viehhaltung, der Trockenlegung von Mooren oder dem Reisanbau (Entstehung von klima- schädlichem Methan und Lachgas) oder • industrielle Prozesse wie die Kunststoff- oder die Zementproduktion (Entstehung von CO 2 ). Die Folge: Zwischen 1960 und 2017 hat sich der globale CO 2 -Ausstoß fast vervierfacht, 12 bei nicht annähernd so stark steigender Weltbevölkerung. Der Beitrag verschie- dener Staaten zum Klimawandel unterscheidet sich dabei deutlich: Im letzten Jahrhundert waren sowohl die USA als auch die EU für knapp ein Drittel der weltweiten CO 2 -Emis- sionen verantwortlich. 13 Hauptverursacher waren somit die Industriestaaten, für alle sogenannten Entwicklungsländer zusammen ergab sich ein Anteil von 24%. 14 Mittlerweile verschiebt sich die Statistik, denn auch die Entwicklungs- und Schwellenländer produzieren immer mehr Treibhaus- gase – allen voran China, das derzeit global den größten Ausstoß hat, Indien und Russland. 15 SCHLECHTE AUSSICHTEN FÜR DIE ZUKUNFT Wenn wir diese Entwicklung weiterdenken – wo kommen wir da hin? Wie beeinflusst das Klima künftig das Leben der Menschen? Je nachdem, wie viel klimaschädigende Gase die Menschheit weiterhin in die Luft bläst, sind folgende Szenarien denkbar: • ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels durch schmelzendes Polareis, im Extremfall um bis zu 1,10 Meter bis zum Jahr 2100 und um bis zu 5,40 Meter bis 2300, falls wir den Klimawandel nicht bremsen. • ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um mindestens 1,8 und bis zu 4,0 °C bis zum Jahr 2100. 16 Tritt dies ein und erwärmt sich die Erde um 1 bis 2 °C, können sogenannte Kipppunkte erreicht werden, die unkontrollierbare Kettenreaktionen verursachen. 17 Der weltweite Temperaturanstieg, das Auftauen der Permafrostböden und das Schmelzen der Polkappen führen dann verstärkt zu Dürren, Überflutungen, Hitzewellen, Kältewellen oder anderen Extremwetterereignissen, was wiede- rum Hungerkatastrophen, Konflikte um Ressourcen und Kriege auslösen und anheizen kann. 18 KLIMAWANDEL

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