Deutsches Jugendrotkreuz Arbeitsheft Klimahilfe JETZT! 2020
36 WIE KANN ICH BEIM ESSEN DAS KLIMA SCHÜTZEN? Kinder und Jugendliche sollten dafür sensibilisiert werden, klimafreundlich einzukaufen und sich bewusst zu ernähren. ABLAUF: Die Spielleitung kauft allein oder mit der Gruppe Lebensmittel für ein Frühstück oder Abendbrot ein. Fantasie und Budget sind keine Grenzen gesetzt. Das Buffet sollte nach den nebenstehenden Kriterien zusammengestellt werden. Alle Lebensmittel sollten am Buffet genau beschrieben werden, schließlich sieht man einem Apfel seine Herkunft nicht an. Jede Kategorie sollte klimatisch „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel beinhalten. Wenn sich alle am Buffet umgesehen und bedient haben, kann die Diskussion beginnen. Geeignete Fragen, um sie in Schwung zu bringen: „Was hat Essen mit unserem Klima zu tun?“, „Welche Lebensmittel von unserem Buffet sind klimafreundlich, welche nicht, und warum ist das so?“ oder „Essen wir klimabewusster, wenn wir auf Wurst verzich- ten?“. So können alle ihre ausgewählten Lebensmittel bewerten. HINTERGRUND: In Deutschland lassen sich 16 bis 20% der klimaschädlichen Gase auf unsere Ernährung zurückführen – für Transport, Verpackung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Auch Produktion und Zubereitung von Nahrungsmitteln heizen das Treibhaus Erde kräftig an. GUTER APFEL, BÖSER APFEL 3 Stunden (je 1,5 Stunden Vorbereitung und Durchführung) Ab 4 Spielende Lebensmittel mit unterschiedlichen Klimabilanzen, Schüsseln, Teller, Besteck Wurst, Käse, Quark, Milch: Wer wenig tierische Produkte isst, leistet einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz. Wurst, Fleisch, Käse und Milch werden aus Rohstoffen hergestellt, die die Klimabilanz dieser Produkte verschlech- tern. Neben viel Ackerfläche und Dünger kommen Futter- mittel und Transportwege hinzu. Rinder scheiden zudem das klimaschädliche Gas Methan aus. Die Produktion pflanzlicher Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Getrei- deprodukte verursacht deutlich weniger klimaschädliche Gase. Frisches Obst und Gemüse: Pflanzliche Nahrungsmittel sollten möglichst aus der Region stammen. Dann ist der Weg in den Laden kurz. Das bedeutet: lieber auf neusee- ländische Äpfel verzichten. Aber aufgepasst! Auch deut- sche Äpfel sind nur in ihrer Erntezeit wirklich klimafreund- lich. In den restlichen Monaten des Jahres verschlingt ihre ihre Lagerung im Kühlhaus viel Energie. Ungünstig fürs Klima ist es auch, wenn Obst und Gemüse vor ihrer natür- lichen Zeit auf den Markt kommen, wie oft bei Erdbeeren oder Tomaten. Dann wachsen sie in Treibhäusern heran, die beheizt werden müssen. Bio- und Nichtbioprodukte: Im Vergleich zu „normalen“ Lebensmitteln schonen Bioprodukte das Klima. Vor allem, weil Biobäuerinnen und -bauern auf mineralischen Stick- stoffdünger verzichten. Dieser wird nicht immer vollständig von den Pflanzen aufgenommen, sodass Lachgas entste- hen kann – ein besonders klimaschädliches Treibhausgas. Obstkonserven und einzeln verpackte Lebensmittel: Ein wichtiger Faktor für den klimagerechten Einkauf sind Verpackungen. Je weniger „Drumherum“, desto klima- freundlicher ist ein Produkt. Viele Verarbeitungsstufen und Zutaten bedeuten oft auch viele Zwischentransporte. Zudem kostet Vorkochen und vor allem Einfrieren viel Energie. Ab 8
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